Ein kleiner, circa 8 Wochen alter Wolfswelpe wurde kürzlich im Naturschutzgebiet (NSG) Werbeliner See gesichtet. Peter Posch, ehrenamtlich im Wolfsmonitoring aktiv, hat das Tier an einem Samstagvormittag zufällig gesehen und heulen gehört. Mit sehr viel Glück gelangen ihm ein paar Fotoaufnahmen und damit der Nachweis, dass es in diesem Jahr Nachwuchs beim Delitzscher Wolfsrudel gibt.
Der neugierige Welpe hatte auf einer Erkundungstour vermutlich den Anschluss zum Rudel verloren und nach seinen Eltern und Geschwistern gerufen. Zum Glück war er so schlau, sich schnell wieder im Dickicht zu verstecken und ruhig zu verhalten. Denn es ist das Beste, wenn Mensch und Wolf ihrer eigenen Wege gehen. Wer zufällig Welpen entdeckt oder rufen hört, sollte sich zurückziehen. Durch das Rufen und Heulen finden die Rudelmitglieder wieder zueinander.
Wie wir Menschen und die meisten aller Säugetiere würden Wölfe bei Gefahr ihren Nachwuchs gegen andere Tiere verteidigen. Hundebesitzer sollten deshalb auch im eigenen Interesse die im NSG bestehende Leinenpflicht beachten, so Ulrich Fiedler, ebenfalls ehrenamtlich im Monitoring aktiv. Nimmt ein freilaufender Hund die Witterung auf und verfolgt den Welpen, kann ein Verteidigungsangriff des Rudels für den Hund tödlich enden. Ebenso sollten Besucher und „Gassigeher“ großen Respekt vor den unzähligen Wildschweinen haben, die hier leben.
Das Borstenvieh steht übrigens zusammen mit Rehen zu 97 Prozent auf dem Speiseplan des Delitzscher Rudels.
WeiterlesenJe höher die Temperaturen, desto mehr Besucher am Werbeliner See: Der Wunsch nach Erfrischung im kühlen Nass ist zwar verständlich, im Naturschutzgebiet (NSG) Werbeliner See aber völlig fehl am Platz. Darauf macht einmal mehr das Umweltamt des Landkreises Nordsachsen aufmerksam. Illegale Freizeitaktivitäten hätten dem Areal teilweise große Schäden zugefügt.
Am Werbeliner See wurden bisher mehr als 500 Tier- und 270 Pflanzenarten erfasst. Sehr seltene und streng geschützte Arten wie Rothalstaucher, Steinschmätzer, Kranich, Fischotter, Blaukehlchen, Beutelmeise und viele andere leben hier. Außerdem dient das Gebiet von Sommer bis Frühjahr als wichtiger Rastplatz für tausende Zugvögel.
„Das Naturschutzgebiet ist aufgrund der enormen Artenvielfalt in einer dicht besiedelten Region einzigartig, aber damit leider auch sehr störanfällig. Darum braucht es den Respekt und Abstand von uns Menschen“, appelliert Umweltdezernent Dr. Eckhard Rexroth. „So werden beispielsweise die unscheinbaren Eier der vielen seltenen Bodenbrüter übersehen und zertreten. Freilaufende Hunde und illegal Badende schrecken Brutvögel der Uferbereiche auf, die ihre Nester für immer im Stich lassen. Dabei reduzieren schon natürliche Faktoren und eingeschleppte Räuber wie Waschbär oder Mink den Nachwuchs der geschützten und teilweise vom Aussterben bedrohten Vogelarten. Negative menschliche Einflüsse gefährden sie noch mehr.“
Aktivitäten wie Wandern, Naturbeobachtung und Radfahren sind im NSG Werbeliner See nur auf den vorhandenen befestigten Wegen erlaubt. Zum Baden oder Bootfahren wurde der benachbarte Schladitzer See ausgebaut. Derzeit informieren Mitarbeiter des Landratsamtes undehrenamtliche Helfer die Besucher über die Regeln im Naturschutzgebiet. „Dabei geht es nicht darum, Menschen fernzuhalten. Die reichhaltige Natur am Werbeliner See erlebbar zu machen, ist unser erklärtes Ziel – jedoch unter Wahrung der geltenden Regeln und mit Respekt sowohl vor der Natur als auch vor anderen Erholungssuchenden“, so Dr. Rexroth.
Es ist immer viel los rund um den Werbeliner See. In wenigen Stunden konnten wir über 60 verschiedene Vogelarten auf unserer Begehung am Sonntag den 13. Juni beobachten. Dabei haben wir nur die Strecke von Zwochau bis Brodenaundorf am Werbeliner See untersucht.
Unter den Beobachtungen waren seltene Arten wie Grauammer, Rohrweihe, Rothalstaucher, Bart- und Beutelmeise die hier sachsenweit eines ihrer wichtigsten Vorkommen haben. Auf einer der Inseln im Werbeliner See waren als besondere Highlights Austernfischer, Großer Brachvogel und ein Flussregenpfeiffer zu sehen. Mit Hilfe eines Spektivs konnten diese besonderen Vögel auch in großer Entfernung entdeckt werden. Recht häufig waren Nachtigall, Kuckuck, Neuntöter und der farbenfrohe Pirol zu hören.
WeiterlesenDie meisten Zugvögel sind inzwischen zurück. Das Geträller, Getschilpe und Geflöte am Werbeliner See ist deutlich hörbar und vielstimmiger geworden. Gefiederte Heimkehrer und Hiergebliebene, sie alle folgen derzeit der gleichen Bestimmung: Revier abstecken. Um die Liebste werben. Nest bauen. Brüten. Und den Nachwuchs großziehen.
Bitte nehmen Sie deshalb Rücksicht.
Sie mögen Fair Play. Seien Sie auch fair zur Natur. Es geht nur miteinander!
Dauerfrost und starker Schneefall haben das Naturschutzgebiet in eine tief verschneite Winterlandschaft verwandelt. Ein pittoreskes Idyll für den erholungssuchenden Besucher, ein knallharter Überlebenskampf für die befiederten Bewohner und Geschöpfe mit Fell.
WeiterlesenEinen Winterschlaf halten sie nicht, verschlafen aber bis zu 20 Stunden des Tages in ihrem Bau und verlassen diesen nur zur Nahrungsaufnahme.
Die am Werbeliner See ansässigen Biber haben in den letzten Wochen vor allem am Ostufer des Sees auffallend viele Bäume gefällt, um ihre Speisekammer aufzufüllen und für eisige Zeiten vorzusorgen.
WeiterlesenAuf dem Grabschützer See sind derzeit einige Zwergsäger zu beobachten.
WeiterlesenAuf der Wasserfläche des Werbeliner Sees ist derzeit ein gigantischer Trupp von über 1000 Blässhühnern zu beobachten. Die schwarzen, rundlichen Wasservögel mit charakteristischer, heller Blesse halten sich vorwiegend um den Brodauer Zinken auf. Die Wassertiefe ist dort geringer und damit die bevorzugte Stelle, um nach wohlschmeckenden Wasserpflanzen und kleinen Wassertieren zu tauchen.
WeiterlesenDie Bartmeise (Panurus biarmicus) hat sich am Werbeliner See eingenistet. Beobachtet wurde die extrem seltene Vogelart bereits im Mai von dem Ornithologen Erik Eckstein in Zusammenarbeit mit dem Projektteam „Naturschutzbezogene Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit im Großraum Delitzsch“.
WeiterlesenInteressierte Besucher des Naturschutzgebietes „Werbeliner See“ haben uns in den vergangenen Wochen wiederholt Nester gemeldet, die fast schwerelos an Zweigspitzen hängen.
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