Wir kennen es alle: Die Sonne scheint, die hohe Temperatur bringt einen zum Schwitzen und nichts fühlt sich besser an als ein Bad im kalten Nass. Durch die Folgen des Bergbaus gibt es dafür inzwischen zahlreiche Möglichkeiten im Leipziger Umland. Während hier an über 20 Seen diesem Verlangen ungehindert nachgegangen werden kann, wurde die Fläche des ehemaligen Bergbaus „Delitzsch-Südwest“ als Naturschutzgebiet ausgewiesen, damit auch für Tiere und Pflanzen Rückzugsräume am Wasser existieren. Zwei solche Tierarten möchten wir heute hier vorstellen:
Haubentaucher

Der Haubentaucher brütet am Rand von größeren Gewässern, welche mit vielen kleinen Fischen und auch Wasserinsekten ein gutes Nahrungsangebot darbieten. Das Nest wird auf dem Boden oder auf Wasserpflanzen, oft auch im Schilf errichtet und ist dabei meist komplett von Wasser umgeben. Das Pflanzenmaterial, aus welchem das Nest gebaut ist, zersetzt sich mit der Zeit und gibt dabei etwas Wärme frei, welche die Eier zusätzlich warmhält. Aber natürlich müssen die Eier zusätzlich bebrütet werden; hierbei helfen beide Elterntiere. Nach etwa einem Monat schlüpfen die Jungvögel und werden dann noch mehrere Wochen von den Eltern geführt und gefüttert. Dabei sitzen sie oft auf dem Rücken eines Alttieres und dürfen mitreiten, obwohl sie auch selbst schon schwimmen und tauchen können. Studien haben gezeigt, dass der Haubentaucher an ungestörten Gewässern doppelt so viele Jungvögel flügge bekommt wie an Gewässern mit häufiger menschlicher Störung.
Bitte helfen Sie mit – bleiben Sie in den erlaubten Bereichen und meiden Sie die Schilfflächen. Vielen sensible Arten ziehen sich dorthin zurück und versuchen derzeit, ihre Brut ungestört großzuziehen.

Flussregenpfeifer

Der Flussregenpfeifer kam ursprünglich vor allem im Bereich von unbegradigten Flüssen vor, in welchem sich durch natürliche Dynamiken immer neue Kiesinseln bildeten. Auf diesen legt er eine Nestmulde im Boden an und legt seine perfekt getarnten Eier direkt auf den Kies. Solche natürlichen Flusssysteme sind inzwischen jedoch selten geworden, weshalb die Art auf Ersatzlebensräume ausweichen muss. Diese findet der Flussregenpfeifer oft in Kiesgruben oder alten Tagebauflächen, so auch am Werbeliner See. Hier besiedelt er vor allem die Kiesbuchten des Ostufers, da die restlichen Flächen inzwischen zugewachsen sind. Leider ist der Bruterfolg im Naturschutzgebiet extrem gering, da die Buchten sehr häufig von Menschen und Hunden abseits der Wege aufgesucht werden. Dabei werden die Vögel gestört, vertrieben und etwaige Nester zerstört, bevor sie eine Chance haben, ihren Nachwuchs großzuziehen.
Bitte helfen Sie mit – verlassen Sie die Wege nicht, baden Sie beispielsweise am Schladitzer oder Seelhausener See und geben Sie dem Flussregenpfeifer die Möglichkeit, ungestört bei uns im NSG Werbeliner See zu brüten.
